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Wirkung von Zolpidem in der Folge von post-traumatischen Hirnverletzungen: Eine MEG-Studie

24. März 2020

Praveen Sripad, Jessica Rosenberg, Frank Boers, Christian P. Filss, Norbert Galldiks, Karl-Josef Langen, Ralf Clauss, N. Jon Shah

Zolpidem ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt wird. Die Gabe dieses Schlafmittels zeigt jedoch auch eine paradoxe therapeutische Wirkung bei verschiedenen Bewusstseinsstörungen, wie beispielsweise bei post-traumatischen Hirnverletzungen, Dystonien und der Parkinson-Krankheit. Folglich ist es von großem Interesse, wie Zolpidem das Gehirn beeinflusst, wenn es Patienten mit neurologischen Störungen verabreicht wird.

In dieser Fallstudie wurde die Magnetoenzephalographie (MEG) eingesetzt, um einen ehemaligen Komapatienten, welcher sich bei nun vollem Bewusstsein befindet, zu untersuchen. Aufgrund einer traumatischen Hirnverletzung weißt der Patient eine neurologische Defizite auf. Unmittelbar nach der Kopfverletzug, nahm der Patient für mehrere Jahre das Schlafmittel Zolpidem ein. Es zeigte sich, dass sich seine Symptome in Bezug auf Sprache und Motorik dramatisch verbesserten. Um diesen eher kontraintuitiven Effekt von Zolpidem weiter zu verstehen, wurden Unterschiede in der spektralen Leistung sowie der funktionellen Konnektivität mittels MEG unter zuhilfenahme des gewichteten Phasenverzögerungsindex (WPLI) im Ruhezustand gemessen. Die Hirnsignnale des Patienten wurden vor und nach der Einnahme des Schlafmittels aufgezeichnet.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Verringerung der spektralen Leistung der Hirnsignale im Theta-Alpha-Band (4-12 Hz) und einen Anstieg im Frequenzband (20-43 Hz) nach der Einnahme von Zolpidem. Es wurden auch Veränderungen in der kortikokortikalen funktionellen Konnektivität nach der Einnahme von Zolpidem beobachtet. Diese Befunde unterstützen die Annahme, dass Zolpidem einen Einfluss auf die neuronale Aktivität hat, und unterstreichen folglich die Notwendigkeit größerer Kohortenstudien, um die zukünftige Rolle von Zolpidem bei der Behandlung von Patienten mit neurologischen Störungen zu ermitteln. Darüber hinaus hebt die Studie die Bedeutung der Untersuchung von sogenannten Ruhedaten sowie der MEG als Untersuchungsmethode für traumatische Hirnverletzungen hervor.

Zolpidem case study

Spektrale Leistungsdichte von Hirnsignalen gemessen mittels der Magnetenzephalografie vor (oben) und nach Einnahme (unten) von Zolpidem. Die Zu- (rot) bzw. Abnahme (blau) der Leistungsdichten sind für jeweils zwei verschiedene Frequenzbänder, 4 – 12 Hz und 15 – 43 Hz, dargestellt. Unterschiede in den Leistungsspektren einzelner Sensoren findet man im linken vorderen Bereich vor und nach Einnahme von Zolpidem.

Originalpublikation:

Effect of Zolpidem in the Aftermath of Traumatic Brain Injury: An MEG StudyOriginal publication:


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